Hanauer Anzeiger vom 23.3.2005

Vision: Begegnung am Schlossplatz

Transparente an leerstehender Schule: Initiative macht sich stark für eine Belebung der Altstadt

Hanau (ju). Skatende Jugendliche, spielende Kinder, kochende Mütter und eine probende Band - auf dem Transparent, das am Gebäude der ehemaligen Schule am Schlossplatz hängt, ist die Vision eines Nachbarschaftshauses Schlossplatz entwickelt. Von wem das über zwölf Meter lange und fünf Meter hohe Bild stammt, ist nicht vermerkt. Der Vorschlag, in der Altstadt eine Begegnungsstätte einzurichten, ist allerdings nicht neu und wird von der Schlossplatzinitiative ausdrücklich begrüßt.

Montags ein Seniorencafé, dienstags und donnerstag ein Lesecafé der Eugen-Kaiser-Schule, mittwochs Frauencafé, freitags Krabbeltreff und samstags Familienfeier bei Elise Gimpel - so stellen sich die Verfasser des bunten Transparents ihre Vision vor. "Was könnte sein, wenn wir uns einen Ort nähmen, wo genug Raum wäre, manche Wünsche wahr werden zu lassen", schreiben die Initiatoren weiter. Angesprochen auf das Transparent erklärt Dieter Dausien, Mitglied der Schlossplatz-Initiative, dass das Plakat zwar nicht aus den Reihen der Initiative stamme, dass der Vorschlag jedoch von der Initiative der ISBIS in der Metzgerstraße eingebracht worden und auf Zuspruch gestoßen sei. Die Schlossplatz-Initiative, die sich seinerzeit formiert hatte, um zu verhindern, dass das Gebäude, in dem die Stadtbibliothek untergebracht ist, im Zuge des geplanten Hotelbaus nicht mehr der Öffentlichkeit zugänglich ist, befürchtet eine Verödung der Altstadt. Nachdem viele Behörden und die Schule am Schlossplatz bereits in die ehemalige Hessen-Homburg-Kaserne umgezogen seien, drohe nun mit dem Umzug der Stadtbibliothek in das Finanzamtsgebäude eine weitere Veränderung, die wieder Leben und Publikumsverkehr aus der Altstadt abziehe. Zudem gebe es - anders als im Lamboy-Tümpelgarten oder Südwest - in der Altstadt keine Räumlichkeiten, die die Bürger als Begegnungsstätte oder für Feierlichkeiten nutzen könnten. Aus diesem Grund und weil in der Altstadt keine Sozialarbeit geleistet werde, wie dies dort eigentlich nötig sei, begrüßt die Schlossplatz-Initiative den Vorstoß.

Im Fachbereich Grundstücke und Logistik der Stadtverwaltung weiß man von dem Transparent nichts. Auch ein offizieller Antrag oder der Wunsch dort eine Begegnungsstätte einzurichten, liegt laut Fachbereichsleiter Gutberlet und seinem Kollegen Manfred Merget nicht vor. Nach wie vor ist das Gebäude der ehemaligen Schule am Schlossplatz Bestandteil des Ensembles, das der von der Stadt noch bis Juni gesuchte Hotel-Investor nutzen würde. Alternativ steht die Idee im Raum, dort die Krankenpflegeschule einzurichten.