Seit Montag, 21.März 2005
OF-Limits - Ausstellung zu Abschiebehaft in der Marienkirche
Eine leider schlecht besuchte Ausstellung, ein eindrucksvoller Film auf dem Altar und eine Versammlung der MigrantInnen in der Metzgerstraße leiteten den Countdown zum europäischen "Aktionstag für Bewegungsfreiheit und das Recht zu bleiben" ein. Zu diesem Anlass werden am 2.April 2005 in mindestens 40 europäischen Städten Aktionen stattfinden. Vielfach wird es dabei vor allem um die Flüchtlingslager gehen. (siehe auch www.nolager.org)
Der Film "No Lager - Nowhere!" war auch als Mobilisierungsfilm für diesen Aktionstag gedacht und bot eindrucksvolle Bilder - gleich zu Beginn auf dem Altar der Marienkirche. "Lager für Flüchtlinge und MigrantInnen, diese Orte, die auf keiner Landkarte verzeichnet sind, lassen sich mittlerweile überall in Europa finden. Lager zielen auf Ausgrenzung und Abschreckung, sie dienen der Zurichtung auf die Arbeitsmärkte. Es ist Zeit neue Karten zu zeichnen, Landkarten des Widerstands: die sichtbaren und unsichtbaren Zäune und Mauern laut herunterreissen oder leise unterhöhlen, die Lager und Abschiebeknäste jedenfalls attackieren, in welcher Form auch immer." (mehr zum Film)
Noch bis zum 1.April ist die Ausstellung in der Marienkirche zu sehen - und eventuell wird sie nochmal in Teilen im April in der Fußgängerzone aufgebaut.
Und auch am Donnerstag bei einer Versammlung in der Metzgerstraße, zu der diverse Migrantinnen und Migranten gekommen waren, die über die Jahre die Beratungscafés und Organisierungsansätze in Hanau durchlaufen hatten, war der Film dabei. Eine eindrucksvolle Mischung verschiedener Geschichten, ca. 50 Leute waren gekommen, aus Kurdistan, der Türkei, Afghanistan, dem Iran, der Elfenbeinküste...
"Ist das Glas halb voll oder halb leer?" - oder anders: es hat in Hanau keine langfristigen Ansätze von
Selbstorganisierung gegeben, die sich halten konnten. Organisation für die Rechte der Flüchtlinge (ORF), 1998 die Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und verschiedene kleinere Ansätze zum Bleiberecht - vielfältige
Ansätze hatte es gegeben, aber immer wieder sind die Leute auch wieder auseinandergegangen. Trotzdem halten einige auch seit Jahren den Kontakt, es entwickeln sich neue Ansätze... Eher halb voll: auch und gerade im Hinblick auf die lange Zeit des aus dem Basta-Café heraus entwickelten Flüchtlingscafés! Basta jedenfalls wird im nächsten Jahr volljährig.