Samstag, 19.März 2005, 20 Uhr
Mega Infarkt presents:
Tupper-Party in der Metzgerstraße
Nach dem morgendlichen Einstieg in der Innenstadt, bei der schon Freikarten für die Tupper-Party verteilt worden waren, blieb es dann in der Metzgerstraße leider etwas familiär. Obwohl die verschiedenen Ecken von hello-Gratis-Strom bis Standesamt den ganzen Abend gut frequentiert waren, hat es leider nicht geklappt, spontane BesucherInnen aus der Fußgängerzone anzulocken. Das blieb aber der einzige Wehrmutstropfen eines ansonsten eindrucksvollen und durchaus immer wieder amüsanten Abends.
Zu Beginn stellten Waltraud und Anneliese, beide überzeugte Mega-Infarkt-Userinnen, die Idee der Aneignungs-Tupper-Party vor. In einem kurzen Abriss über die Hintergründe und Zweckmäßigkeit verschiedener im aktuellen Mega-Infarkt-Prospekt vorgestellter Aneignungspraxen betonten sie vor allem das Recht auf ein Leben, das den jeweiligen Bedürfnissen gerecht wird. "In einer Gesellschaft die immer wieder auf Ausschluss basiert ist ein entschiedenes "Wir sind doch nicht blöd!" die richtige Antwort.
Die sowieso massenhaft stattfindenden Prozesse von Wiederaneignung - sei es Ladendiebstahl oder CDs-brennen - wollen wir der Heimlichkeit entreißen und versuchen uns darüber auszutauschen, wie es am besten funktioniert." Im Anschluss war freies Fluten durch die verschiedenen Räume angesagt.
Auf einer Stellwand im Eingangsbereich wurden die Vorzüge von Reisegepäck- und Haftpflichtversicherung erläutert: Unter dem Motto "Hoffentlich Brillianz versichert" wurde erklärt wie aus einer Digital-Kamera relativ problemlos zwei zu machen sind und auch zum Aufbessern der Urlaubskasse gab es nützliche Tipps.
Ein Highlight des Abends bestand im liebevollen Wohnzimmerambiente des Standesamtes mit Schutzehe-Beratung: Netter Mann oder nette Frau machen's möglich... Auch wenn an diesem Abend keine Live-Trauung stattfinden konnte, wurde die Hochzeitstorte trotzdem mit Genuss verspeist - schonmal ein Vorgeschmack auf künftige Feierlichkeiten?
"prêt-à-(em)porter - Mode zum Raustragen" wurde zum Austausch über die besten Methoden des Überlistens der Piepser an der "Mode von der Stange" eifrig genutzt. Zum einen gab es die Möglichkeit, die Laufsteg-Mode vom vormittag auszuprobieren und anzufassen, zudem war der Aquariumsmagnet "Floaty" ein weiterer Renner, als es darum ging, die unschönen Sicherungen dann auch möglichst schadlos zu entfernen. Und neben dem Aquarium entspannen sich auch immer wieder Gespräche über Klauerlebnisse...
hello-Strom präsentierte die Möglichkeiten aber auch die Gefahren beim Manipulieren am Stromzähler - und verwies auch auf die einfachste Möglichkeit, bei der die stromführenden Leitungen nicht angetastet werden müssen. Ein starker Magnet außen am Kasten angebracht - und zwar an der entgegengesetzten Seite zur Drehrichtung des Zählers lässt diesen zumindest langsamer laufen.
Rohling, Roling, rolling - burn, burn, burn... Kleinere Rechtsschreibschwächen provozierten schon zu Beginn zu beschwingter Stimmung, während gebrannt wurde was die Computer hergaben. Und zum Schluss begeisterte auch noch das heruntergeladene Karaoke-Programm zu einem spontanen Ausbruch von Sangeslust.